Frag in deinem Unternehmen nach: Wer würde als Erster bemerken, wenn dieser Prozess heute messbar schlechter würde? Gemeint ist nicht, wer ihn ausführt, sondern wer dafür sorgt, dass er gut läuft, in einem Jahr noch passt, dass Verbesserungen umgesetzt und Probleme eskaliert werden. Die ehrliche Antwort ist in den meisten Betrieben unbequem.
Prozesse ohne Eigentümer: das stille 5–15-%-Leck
Dreher Consulting hat in mehr als 1.200 Transformationsprojekten im DACH-Raum ausgewertet, was passiert, wenn Prozesse keinen klaren Eigentümer haben: 5 bis 15 Prozent der erreichbaren Effizienz bleiben dauerhaft liegen. An Technik oder Ideen fehlt es dabei selten. Es fehlt jemand mit der Befugnis, sie konsequent umzusetzen.
Dieses Leck ist deshalb so hartnäckig, weil es unsichtbar ist. Niemand bucht „fehlende Prozessverantwortung“ als Kostenposition. Stattdessen zeigt sie sich als Reibung im Alltag: Tickets, die niemand weiterbearbeiten kann, weil die Zuständigkeit über mehrere Abteilungen verteilt ist. Entscheidungen, die im Rundlauf versinken. Rückschritte nach dem Go-live, weil niemand die neuen Spielregeln durchsetzt.
Was wir in mehreren Projekten beobachten: Das Leck wird oft erst sichtbar, wenn jemand anfängt, danach zu suchen. Sobald die Frage gestellt wird („Wer ist eigentlich für diesen Prozess verantwortlich?“), lautet die ehrliche Antwort meistens „niemand wirklich“. Wird diese Lücke geschlossen, lösen sich Probleme, die vorher als unvermeidliche Reibung abgebucht wurden.
